Die Konzentrative
Bewegungstherapie
(KBT)
ist
eine sehr wirksame, leiborientierte, psychotherapeutische Methode.
Wahrnehmung und Bewegung werden als Grundlage zu neuen Erfahrungen genutzt
und damit als Ermutigung zu neuem Handeln. So
öffnet sich ein Weg, verdrängte Erfahrungen zu erinnern, unterdrückte
Kräfte neu zu beleben und mit sich selbst mehr in Kontakt zu kommen.
Unser
Erleben und Tun
drücken sich in unserem Körper aus und finden im Körper
statt.
Ein
Grundelement der Konzentrativen Bewegungstherapie ist es, diesem Zusammenhang
nachzuspüren und ihn mit Konzentration und mit wachen Sinnen wahrzunehmen.
Auch
in unserer Sprache
finden wir diese Übereinstimmung. Wenn wir hinhören, können
wir das in vielen Redewendungen und Floskeln entdecken:
Auf eigenen Beinen stehen – weiche Knie bekommen – die Ellenbogen
benutzen – jemand geht die Luft aus – sich jemand vom Leib
halten – mit dem Kopf durch die Wand wollen – etwas fest im
Griff haben etc..
Die
Aufmerksamkeit
richtet sich in der KBT mit ruhiger Konzentration auf körperliche
Vorgänge.
Bewegung wird verstanden als ursprüngliche Kraft und Lebensäußerung
des Menschen. Bewegung wird sowohl als äußere Bewegung, als
auch als innere Bewegung wahrgenommen.
Die
KBT geht davon aus, dass sich alle Erfahrungen des Menschen nicht nur
seelisch niederschlagen, sondern dass sie auch eine „verkörperte“
Lebensgeschichte des Menschen ergeben. Im Körperbild und in Körperempfindungen,
in Haltungen, Fehlhaltungen und im Verhalten, in Spannungen oder Verspannungen
wird diese „Verkörperung“ spürbar.
Der
Körper hat seine eigene Sprache
mit der er auch Übersetzer unsere Gefühle ist.
Er macht Unsichtbares sichtbar – ohne Worte.
Der Körper ist gefühlsnah und sagt deshalb manches über
unsere emotionale Befindlichkeit aus. Er drückt aus, was uns noch
nicht zu Bewusstsein gekommen ist und für das wir noch keine Worte
gefunden haben.
Dieser
Sprache des Körpers wieder im Spüren über alle Sinne auf
die Spur zu kommen, dazu leitet die Konzentrative Bewegungstherapie an.
Im
geschützten Raum
des therapeutischen Prozess führen Sinneswahrnehmung und Bewegung,
Berührung, Gestaltung und Gespräch zu vertiefter Selbsterkenntnis.
Durch Ausprobieren wird das Gewohnte bewusst gemacht und gegebenenfalls
in Frage gestellt. Es geht darum, über Probehandeln zu finden, was
in einem oft fremdbestimmten Alltag das „Eigene“ ist.
Die Konzentrative Bewegungstherapie lenkt die Aufmerksamkeit zur Wahrnehmung
des eigenen Körpers in Ruhe und Bewegung. Sie ermöglicht neue
Erfahrungen im Kontakt und der Begegnung mit anderen Menschen und Gegenständen,
eröffnet Wege sich in Raum und Zeit neu zu erleben. So werden Veränderungen
vorbereitet.
Das
wache Wahrnehmen
meiner
Befindlichkeit, etwa unter der Fragestellung:
- Wie ist meine Haltung?
- Wie ist mein Standpunkt im Leben?
- Wie gehe ich auf Neues zu, wie lasse
ich Altes los?
- Wieviel Nähe und Distanz brauche
ich?
- Was ist der Sinn meiner körperlichen
Beschwerden?
- Wie kann ich Lebenslust spüren?
führt zu einem
Erproben neuer Wege und Idealerweise zum Abbau festgefahrener Haltungen
und Fehlerwartungen.
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